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Ist ein Großbatteriespeicher ein gutes Investment?

Eine der gegenwärtig zentralen Herausforderungen für institutionelle Investoren ist die verpflichtungskonforme Anlage großer Summen in einem Umfeld geringer Renditechancen und Investment Opportunitäten. Gleichzeitig konfrontiert die Energiewende unser Stromnetz mit neuen Anforderungen. Beide Herausforderungen lassen sich in einem gemeinsamen Ansatz angehen.



Die Erlösseite:

I. Regelleistung

Mit dem steigenden Anteil an erneuerbaren Energien in unserem Stromnetz gehen aufgrund der nicht vorhersehbaren Erzeugungsquellen auch Frequenzschwankungen und Netzinstabilität einher. Um diese nachhaltigen Energielieferanten trotzdem dauerhaft ins System zu integrieren, sind ausgleichende Zwischenspeicher ein essenzieller und wenig beachteter Baustein der Energiewende. Diese ausgleichenden Zwischenspeicher stellen von FBS-Systems projektierte Großbatteriespeicher dar, sie gleichen Schwankungen der regenerativen Energien und der Netzfrequenz aus. Wenn die Frequenz zu niedrig ist, muss mehr Strom eingespeist werden und die positive Regelenergie greift. Wenn die Netzfrequenz zu hoch ist, muss die Einspeisung gedrosselt bzw. mehr Strom aus dem Netz entnommen werden, dass übernimmt die negative Regelenergie.


Die Primärregelleistung wird von den vier Übertragungsnetzbetreibern seit dem 01.07.2020 täglich in 4-Stunden-Produkten ausgeschrieben und mittels Merit-Order verfahren bezuschlagt. Der Speicher kann an diesen Merit-Order-Auktionen teilnehmen und aufgrund seiner sehr geringen Grenzkosten, im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken, mit Zuschlägen rechnen. Der Speicher meldet über Fernleittechnik, dass er im gebotenen Zeitraum die Netzfrequenz stabilisiert (50% State of Charge, Überwachung der 50,00Hz und gegebenenfalls durch Be- oder Entladen entgegensteuert) und erhält dafür eine Vergütung. 


Auch die Sekundärreserve wächst in Ihrer Bedeutung für Batteriespeicher, es lockt ein weiterer attraktiver Erlöspfad. Die erzielbaren Erlöse sind vergleichbar mit denen aus der Primärregelleistung, allerdings funktioniert das Marktdesign anders. Es gibt neben dem Leistungspreis auch einen Arbeitspreis welcher nach aufsteigender pay-as-bid Angebotskurve aktiviert wird, was mit einem aufwändigeren Vermarktungsprozess einhergeht. Mit der Einführung von 15-Minuten Produkten bei der Sekundärregelleistung im Rahmen der neuen Europäischen Picasso Regelenergierichtlinie Mitte 2022 ist zu erwarten, dass Batteriespeicher weitere Chancen wahrnehmen können.



II. Spotmarkt Handel/ Energy-Shifting

Aus dem vorherigen Abschnitt geht hervor, dass unser Stromnetz abhängig ist von einem guten Management der Erzeugung und des Verbrauchs. Diesen Job übernehmen Bilanzkreisverantwortliche. Diese müssen zwingend sicherstellen, dass jedes 15-Minuten-Fenster des Tages ausgeglichen ist (Erzeugung = Verbrauch). Jeder Bilanzkreisverantwortliche muss also darauf achten, dass er genügend Kapazität an der Börse kauft, damit er seine Verbraucher im Bilanzkreis versorgen kann und es keine Engpässe gibt.

Nun fallen langfristige, stetige Erzeuger wie Atom- und Kohle aufgrund der Energiewende weg und auf die Strombörse und in das Portfolio der Verantwortlichen kommen immer mehr fluktuierende Energien hinzu. 

Die Spreads an der Strombörse nehmen dadurch in den letzten Jahren stark zu und ermöglichen Chancen für flexible Assets. Denn der Bilanzkreisverantwortliche muss prüfen, wie seine regenerativen Energien performen, ob sie weniger oder mehr als geplant einspeisen und dementsprechend tätig werden. Diese Volatilität von "noch schnell verkaufen oder kaufen", am Ende eines Handelsfensters kann der Speicher nutzen - um den Bilanzkreis auszugleichen und Erlöse für den Betreiber zu erwirtschaften. 


FBS-Systems sieht in diesem Erlöskanal  Chancen und Potenziale für die Zukunft von Batteriegroßspeichersysteme. Sprechen Sie uns auf unsere Forschungsergebnisse an.



III. Innovationsausschreibung

Ein weiteres Modell, welches leider PRL und den Intraday Handel teilweise ausschließt, dafür langfristige Verträge anbieten kann, ist die Innovationsausschreibung. Das EEG-geförderte Modell sieht eine Anlagenkombination aus Erzeugung von erneuerbaren Energien und einem Speicher vor. Es sollen neue Solar- oder Windparks in Kombination mit einem netzdienlichen Speichersystem projektiert und gefördert werden. Die ganze Anlagenkombination bekommt für die Energie, welche Teilweise in dem Speicher zwischengepuffert wird, mehr Vergütung auf Basis einer gleitenden Marktprämie, als es ein Solar- oder Windpark ohne Speicher bekommen würde, wenn er in die Ausschreibung der BNetzA geht. Aktuell empfehlen wir die Direktvermarktung der Anlagenkombination über einen von uns empfohlenen Flexibilitätsvermarkter.



IV. vermiedene Netzentgelte (VNE), Peak Shaving, Terminkontrakte, CPA & Blindleistungskompensation

Auf der Erlösseite kommen auch die vermiedenen Netzentgelte (VNE, nur bis Ende 2022), das Peak Shaving und die Blindleistungskompensation zur Sprache. Für unsere Kunden sind diese Erlösströme eher irrelevant. Wenn Sie sich für eine "Debt-Finanzierung" interessieren für eine Anlage, welche bei einem Industrie-Kunden zum Beispiel Peak Shaving oder 7000h-Regel potenziale nutzt, kontaktieren Sie uns bitte.

Relevanter ist die Vermarktung als Spitzenlastkraftwerk über Base- und Peakfutures an der Strombörse. Auch ein CPA (Capacity Purchase Agreement) für ein "24/7  renewable PPA" kann verhandelt werden.



Downside protection: 

Neben Erlösen aus Systemdienstleistungen (Primär- sowie Sekundärregelleistung) und dem aktiven Handeln an den Spotmärkten bieten Speicherkraftwerke ebenfalls die Opportunität, risikofreie Arbitragemöglichkeiten einzugehen, basierend auf Terminkontrakten zwischen Base- und Peakload und somit als Spitzenlastkraftwerk langfristig vermarktet zu werden.





Falls Sie weitere Fragen zum Investment Case von Großbatteriespeichern haben, kontaktieren Sie uns für einen Beratungstermin!

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